Preisträger 2025

Der 17. Wettbewerb um den Richard-Bampi-Preis wurde von der Gesellschaft der Keramikfreunde in Zusammenarbeit mit dem Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vorbereitet und im September 2025 durchgeführt.

Zum Wettbewerb und der Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten wurden folgende Künstler zugelassen (in alphabetischer Reihenfolge):

Jutta Bauch, Alejandra Lena Becerra Draghi, Jule Bulant, Alessa Dresel, Maya Fenderl, Joshua Grabietz, Frank Jimin Hopp, Verena Kühn, Catherine Sanke, Kathrin Schuster, Nico Schipp, Lina Wiedwald, Chungwoo Yoo

Die Jury ermittelte unter ihnen drei Preisträger:innen und begründete ihre Entscheidungen wie folgt:

Lina Wiedwald, Krokodilmädchen, 2024, Foto: Andreas Greiner-Napp

1. Preis 7.000
Lina Wiedwald

Diese trügerisch prototypischen Gefäße verlangen nach einer genaueren Betrachtung, um ihre sinnliche Tiefe zu enthüllen. Kontrolliert geschaffene ovale Formen kontrastieren mit gefalteten Vasenhälsen, die teils mit rautenförmigen Reliefs versehen und durch metallische Lüster akzentuiert sind. Bei näherer Betrachtung offenbart sich dem Betrachter eine zarte Unterglasurzeichnung, in der figürliche Motive und geometrische Ordnungen ineinandergreifen und eine Spannung zwischen physischer Oberfläche und suggerierter Tiefe erzeugen. Lina Wiedwald lässt in einem überraschenden Akt kreativer Subversion üppige, opake Glasuren über ihre Formen hinabfließen, wodurch Zeichnung und Ornament gleichermaßen teilweise verhüllt werden. Es handelt sich um ein Werk von hoher Gelehrsamkeit, getragen von einem Geist, der nicht nur die Bandbreite keramischer Traditionen und die Fülle an technischen Möglichkeiten kennt, sondern vor allem deren raffinierte Verbindung und Anwendung beherrscht.

Website der Künstlerin

Chungwoo Yoo, Alles im Leben zählt, 2025; Foto: Andreas Greiner-Napp

2. Preis 5.000 €
Chungwoo Yoo

Chungwoo Yoo fertigt seine keramischen Werke, die sich durch eine beeindruckende und ausdrucksstarke Formenvielfalt auszeichnen, fast ausschließlich aus regionalen, wilden Tonen aus der Umgebung von Halle sowie aus Ascheglasuren und Engoben.
Aus diesen ursprünglichen Werkstoffen schafft er figurenreiche Tableaux in einem Farbspiel von dunklen, erdnahen Tönen bis hin zu hellen cremefarbenen und weißen Akzenten. Seine auf den ersten Blick kindlich anmutende Formsprache entpuppt sich als kunstvolles und kenntnisreiches, komplexes Spiel mit Bezügen zu einer global verstandenen Kunstgeschichte wie auch zu einer globalen zeitgenössischen Pop- und Medienkultur. Seine Figuren rufen in ihrer bewusst einfach gehaltenen Machart unvermeidlich die Mythen eines menschengemachten Golems in Erinnerung und ermöglichen einen zutiefst nachdenklichen und zugleich radikal zeitgenössischen Blick auf eine durch Konflikte und Überlebenskämpfe geprägte Welt.

Instagram: @chungwoo_ceramic

Frank Jimin Hopp, Happy Earthday II, 2023; Foto: Andreas Greiner-Napp

3. Preis 3.000 €
Frank Jimin Hopp

Viele Formen des Alltags haben sich in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingegraben. Ihre Gestaltung folgt oft einem klassisch gewordenen Regelwerk.
Die Formen des Alltags neu zu denken und zu inszenieren und sie damit auf kunstvoll irritierende Weise in unser Gedächtnis zurückzuholen, zeichnet die keramischen Arbeiten von Frank Jimin Hopp auf meisterhafte Weise aus.
Mit ihrer in Spannung verharrenden Ruhe und ihrer stimmungsvollen Prägnanz werden die Betrachter*innen ein Teil der Inszenierung.
Die Dialogfähigkeit der Keramiken von Frank Jimin Hopp und ihr Reiz im Spiel mit der Vielfalt ihrer Bedeutungsmöglichkeiten machen sie zu außergewöhnlichen Kunstwerken.

Website des Künstlers